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Die Reichslieder
Ein Artikel von
Prediger Michael Lohrer, Lübeck

1857 wurde der Gemeinschaftsverein gegründet. Sein Sekretär Gustav Ihloff hatte 1892 in Neumünster die Buchhandlung und den Verlag des Gemeinschaftsvereins ins Leben gerufen. Von dort gingen hunderttausende von Verteilblättern und Zeitschriften regelmäßig ins ganze Land. Während eines Aufenthaltes in England lernte er in den Erweckungsversammlungen Ira D. Sankeys "Sacred Songs & Solos" kennen. Die brachte er mit und überarbeitet sie mit P. Röschmann zusammen.

Die Zeit drängte, es war Erweckungszeit und es gab einen großen Bedarf an neuen geistlichen Liedern. Schnell wurde ein Liederbuch mit 300 Liedern, fast alle aus dem Englischen übersetzt, zusammen gestellt, das 1892 erschien. Mit 10 000 Exemplaren ging die erste Auflage der Reichslieder in den Druck Schnell war diese vergriffen und bis 1900 gab es 27 Auflagen. Erst 1897 erschien die erste Notenausgabe.

Nach einer gründlichen Überarbeitung kam 1900 das Reichsliederbuch mit 450 Liedern heraus. Es wurde 41 mal nachgedruckt.

In vielen Kirchen und Gemeinden wurde ernsthaft vor den gefährlichen "englischen Liedern" gewarnt. Ostpreußische Pfarrer warnten das Volk, geistliche Texte im "Teufelstakt" zu singen. Tanzte nicht die Welt Walzer?

Wenn ich heute in unseren Kreisen manche Kritik an den "modernen Liedern" höre, gibt es da ganz ähnliche Töne - nur damals kamen sie von den Gegnern der Gemeinschaftsbewegung! Das gibt zu denken.

Die Vandsburger Gemeinschaften gaben eine eigene Ausgabe mit 606 Liedern heraus.

Ursprünglich waren die Reichslieder als Gesangbuch für Schleswig- Holstein gedacht, doch schon in der ersten Ausgabe wurde der Gedanke ausgesprochen, das Liederbuch könne ja auch über die Landesgrenzen hinaus weiter verbreitet werden. Der Durchbruch kam aber im Jahre 1909.

Die alten Reichslieder 1909
Da erschienen die so genannten Alten Reichslieder mit 654 Liedern. Dabei hatte der Gnadauer Vorstand beratend mitgewirkt, denn die Reichslieder entwickelten sich zu dem Gesangbuch der Gemeinschaftsbewegung.

Bis 1930 gab es 2,4 Millionen Exemplare in der ganzen Welt. 1975: 2,6 Mio.

1999 erschien eine Ausgabe in moderner Schrift im blauen Plastikeinband und als Lederausgabe. Die Notenausgabe kam 1998 als Nachdruck im grünen Plastikeinband heraus. Das Liederbuch wird bis heute unverändert nachgedruckt- die letzte Ausgabe erschien 2007 - inzwischen in moderner Schrift

Im Jahre 1930 gab Dr. Walter Schulz einen "Schlüssel zum deutschen Reichsliederbuch" unter dem Titel: Reichssänger heraus.

Die neuen Reichslieder 1931
Eine gründliche Revision führte dann 1930 zur Ausgabe der so genannten "Neuen Reichslieder" mit 616 Liedern. Darin fanden sich mehr Choräle und Kirchenlieder, andere wurden gestrichen. Das Liederbuch wurde "kirchlicher".

Doch vielen Gemeinschaftsmitgliedern fehlten bestimmte Lieder, so gab es 1951 eine Neuausgabe mit einem Anhang von 105 Liedern aus dem alten Reichsliederbuch.

Auch diese Ausgabe wurde lange nachgedruckt, zuletzt 1976 im roten Plastikeinband. 1973 erschien in Zusammenarbeit mit den Posaunenchören des Gebetsvereins eine spezielle Posaunenausgabe im grünen Einband.

Doch das alte Reichsliederbuch bleibt der Bestseller mit mehr als 3,5 Mio Exemplaren bis heute.

Bis heute werden in verschiedenen Kreisen und Gruppierungen Reichslieder gesungen - auch im Ausland. Die Gesamtauflage liegt heute bei etwa 4,5 Millionen Exemplaren. So sind die Reichslieder einer der wichtigen Beiträge Schleswig-Holsteins zum Liedgut der Gemeinschaftsbewegung.

Was war das Besondere dieses Liederbuches?

Es war ganz nah am Puls seiner Zeit. Einfache, verständliche Lieder für die damaligen Menschen. Unzählige haben dadurch den Weg zu Jesus gefunden. Die Einladung zu Jesus stand im Vordergrund: Komm zu dem Heiland, komme noch heut.

Ein zweiter Gedanke war das Bekenntnis: Kommt her ich will erzählen, was Gott an mir getan. Andere Lieder erzählen eine biblische Geschichte: Ein Oberster kam einst zu Jesus bei Nacht.

Während der Industrieausstellung in Chicago gab es an jedem Abend Erweckungsversammlungen an einem Fontänenspringbrunnen. Philipp Bliß schrieb dazu das Lied: Treff ich dich wohl bei der Quelle? Nach einigen Tagen wurde dieses Lied überall in Chicago gesungen und tausende folgten der Einladung. Ernst Gebhardt übersetzte auch dieses Lied in die deutsche Sprache und es hat viele Menschen mitgerissen. Die Reichslieder sind ein Stück Geschichte des Reiches Gottes in Schleswig Holstein und haben die weltweite Erweckungsbewegung mit der Gemeinschaftsbewegung hier verknüpft.

Gott macht Geschichte - auch durch Lieder.




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